, Richard Schmid / Rudolf Hasler

Vorhang auf für unsere Freunde – das Seniorentheater Riehen-Basel begeistert

Das diesjährige Theaterstück war etwas anders als die bisherigen, was uns zu einer speziellen Nachbetrachtung und Anregung zur Selbstreflexion veranlasst hat.

Mit Humor, Spielfreude und viel Herz sorgte die Theatergruppe für beste Unterhaltung

mit «D’Dante chunnt uff Bsuech»

-rs- Möhlin, 18. Februar 2026 – Als sich im SteinliChäller in Möhlin am Mittwochnachmittag der Vorhang öffnete, erwartete die Mitglieder der SfS ein besonderes Vergnügen: Das Seniorentheater Riehen-Basel präsentierte exklusiv seine neue Komödie «D’Dante chunnt uff Bsuech» – ein humorvolles Dialektstück voller Wärme, Witz und Lebensfreude.

Die Theatergruppe, bestehend aus Schauspielerinnen und Schauspielern im Alter zwischen 64 und 87 Jahren, ist weit über Basel und Umgebung hinaus bekannt. Als lebendige «Wanderbühne» bringt sie seit vielen Jahren heitere Stücke in Alters- und Pflegeheime sowie an Seniorennachmittage. Geleitet wird das Ensemble von Christa Kapfer, die mit viel Gespür für Regie und Lokalkolorit traditionelle Themen mit zeitloser Menschlichkeit verbindet.

In «D’Dante chunnt uff Bsuech» entführt das Ensemble das Publikum in die Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Auf dem kleinen Hof der Margrit Kienzli wird zwischen Not und Hoffnung gearbeitet, gestritten und gelacht. Trotz knapper Mittel, grantigem Knecht und neugieriger Nachbarin hält das Leben immer neue Überraschungen bereit – vor allem, als die Tante zu Besuch kommt und mit ihrem unerschütterlichen Charme die Welt der Hofbewohner gehörig auf den Kopf stellt.

Die Dialektkomödie erzählt mit feinem Humor und warmherziger Menschlichkeit von Mut, Zusammenhalt und der Kunst, unter schweren Bedingungen das Lachen nicht zu verlieren. So entsteht ein berührendes Porträt des Alltags – mit all seinen Missverständnissen, kleinen Schnurren und grossen Gefühlen.

Mit dieser Aufführung bleibt das Seniorentheater Riehen-Basel seiner Linie treu: Theater von Senioren für Senioren, das mit Herzblut gespielt und mit Begeisterung aufgenommen wird. Ein Nachmittag, der einmal mehr beweist, dass Lebensfreude kein Alter kennt – und dass Lachen oft das schönste Mittel gegen trübe Zeiten ist.

Beim anschliessenden Kaffee und Kuchen, ein fester Bestrandteil der Veranstaltung, konnten sich die Besucher wieder beim gemütlichen Beisammensein in die Gegenwart versetzen.

 

Nachbetrachtung

-rh- Das diesjährige Theaterstück war etwas anders als die bisherigen, die vermehrt von skurrilen Verwechslungen und absurden Momenten, von komödiantischem Timing und der Situationskomik, von überdrehten Verwirrspielen, vielen Slapstick-Einlagen und voller Ironie und treffsicheren Nuancen lebten.

Bei «D’Dante chunnt uf Bsuech» war die Bäuerin Margrit zuerst missmutig, grantig, griesgrämig und misstrauisch – geprägt von einem Heiratsschwindler-Drama – und führt ein sehr strenges Regime, das die Magd und den Knecht an den Rand des Erträglichen treibt. Die Nachbarin mit ihrem scharfen Blick verstärkt das Chaos in der guten Stube. Mit dem überraschenden Besuch der Tante wird die Stimmung im Haus plötzlich besser, da sie den Mitmenschen menschlich, respektvoll und wertschätzend begegnet. Diese Wendung verändert auch Margrits Haltung und wirkt sich positiv auf alle aus.

Ausgangspunkt des Theaterstückes ist eine bedrückende Lebensrealität, verknüpft mit persönlichen Krisen, Missverständnissen und Konflikten. Durch Begegnungen, Verzeihung und andere Perspektiven entsteht allmählich eine Festigung des Zusammenhalts. Am Ende wird gemeinschaftlich gefeiert – ein Geburtstag – als Symbol dafür, dass Menschlichkeit und Zusammenhalt stärker sind als Widrigkeiten.

Es zeigt sich, dass selbst in schwierigen Zeiten vor allem der respektvolle Umgang miteinander zählt und dass die Bereitschaft zuzuhören und die Fähigkeit, Humor als Lebenshilfe zu nutzen, sehr wichtig sind. Aus Respekt, Würde und Wärme entsteht eine Gemeinschaft, die trotz Belastungen zusammensteht.

Das Stück betont menschliche Würde, Respekt, Empathie und zwischenmenschliche Wärme als Gegenmittel zu Härte und Entbehrung. Humor dient als Trostspender und Brücke zwischen den Personen; Lachen wird als soziales Band gefeiert, das Schmerz mildert und Gemeinschaft stärkt.

Man wurde daran erinnert, wie wichtig Empathie, offener Dialog und freundliche Gesten im Alltag sind – besonders, wenn Dinge schwierig sind. Das Stück macht Mut und lädt ein zum Nachdenken über die Art und Weise unseres eigenen Umganges mit den Mitmenschen.

 

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